Grinsend liegt der Boy schließlich neben mir. ” …und ich dachte schon Du magst mich nicht mehr.” – “Wieso sollte ich Dich nicht mehr mögen?” – “Naja der Anfang vom Abend … du warst irgendwie… ich wusste nicht … aber spätestens morgen früh hab ich wieder einen Bart, versprochen.” Ich lächle. Sanft berühren seine Lippen meine rechte Augenbraue. Er flüstert “Sternenfängerin.” – “Windbeutel!” entgegne ich.
William Fitzsimmons ist ja der Klassiker: Obenrum null Haar und unterhalb der Augen wohnt ein Schaf. Simon Neil (Biffy Clyro) hätte vor zwei Jahren den Wasserstoffperoxid-Fauxpas unterlassen sollen, aber Schwamm und Jahre drüber – der Bart sitzt wieder. Dave Grohl, hach ja, auch Gesichtspelz. Ich möchte jetzt nicht gegen Popper debattierten und induktiv vorgehen (“Dieser schöne Schwan ist schwarz, also sind alle schönen Schwäne schwarz” –> “Dieser bärtige Musiker macht wundervolle Musik, also machen alle bärtigen Musiker gute Musik”) Aber vielleicht gibt es ja doch Zusammenhänge? Jedenfalls wird das Nicht-Entfernen der Auswüchse im visuellen Display derzeit unter ästhetischen Gesichtspunkten bestens aufgenommen und wertgeschätzt. Kurz: “Geil Bart Geil” ist fast schon Szenekonsens.
Vom Filmtrailer zu “Die Summe meiner einzelnen Teile” angefixt, begab ich mich gleich auf Score-Suche und landete im Pre-Valentins-Verliebtseinsmodus: Ian Hooper und sein Bart, ich und mein Sabberauffangbehälter, oh behave! Die gemeinsamen Tourdaten mit First Aid Kit dieser Tage mussten leider abgesagt werden, damit der gute Ian bei seiner Familie in den Staaten sein kann. Mit seinen Mighty Oaks werkelt der Herr momentan heftigst an einer Platte. Ich warte sehnsüchtigst.
Weiter mit Kid Decker und den Bärten (Sabber-Eimer wird voller). Den könnte man auch im Auge behalten.
Zurück zum Induktionsproblem: Herr Howard hat zwar keinen Bart, macht aber trotzdem gute Musik (Sabber-Eimer läuft trotzdem über). Letzten Freitag kam mit “Every Kingdom” der erste Langspieler des 23-jährigen heraus und konnte gleich auf breiter Front überzeugen. Leider hat er seine Seele an Island verkauft, da ihn die Geschichte des Labels mit Nick Drake John Martyn überzeugt habe. Schön und gut, aber Universal hat in letzter Zeit seinem Ruhm als böser Major alle Ehre gemacht. Böse Majors sind böse, nix mit Induktion, basta und bäääm.
****Eilmeldung: Überschwemmungen in Süd-Sachsen-Anhalt aufgrund übermäßiger Speichelproduktion ****
Schlagworte: bart, ben howard, gitarre, ian hooper, kid decker, lautschau, singer songwriter
so wenig ich körperbehaarung mag, so sehr liebe ich gesichtsbehaarung (beim mann)!